Donnerstag, 23. Oktober 2014

#Autorenhautnah - Nora Melling im Interview

  Heute im Interview hab ich für euch Nora Melling. Bekannt wurde sie unter anderen durch Ihre Schattenblüten Romane.
Ein sehr tolles sympathisches Interview aber lest selber:


Was wollten Sie als Kind werden? 

Als Kind bin ich unheimlich gerne geritten und hatte auch selber Ponys und später ein Pferd. Außerdem liebte ich Pferdegeschichten. Also war es für mich klar, dass ich Reitlehrerin werden, Pferde und Ponys halten und Kindern und Erwachsenen Reiten beibringen wollte. Nebenbei wollte ich Pferdebücher schreiben. Immerhin habe ich es noch bis zur Berittführerin FN geschafft, bevor ich meinen Traum, Reitlehrerin zu werden, aufgab. Und weil die Geschichte von Jenny, die nachts heimlich auf ihrem schwarzen Hengst durch die Gegend reitet, nie ein Ende gefunden hat, - mit Handwerk hat das Geschichtenerzählen eben auch zu tun - ist diese Geschichte aus meiner Jugendzeit auch nie ein Buch geworden. Doch das Geschichtenerfinden hat mich nie ganz losgelassen. Irgendwie war es in meinem Hinterkopf immer da, auch wenn mein Leben erst einmal einen ganz anderen Weg genommen hat. 

Hätten Sie jemals gedacht, dass Schreiben mehr als nur ein Hobby werden könnte? 

Ich hatte gehofft, dass meine Geschichten irgendwann so gut sind, dass man sie veröffentlichen kann. Ein Buch zu veröffentlichen, also in einem Verlag zu veröffentlichen, bedeutet ja, dass ein Verlag bereit ist, Geld für Cover, Lektorat, Druck und evtl. Werbung zu investieren. Also ja, ich hatte gehofft, veröffentlicht zu werden und mit dem Schreiben Geld zu verdienen. Wennschon, dann richtig. Natürlich konnte ich nicht damit rechnen, dass der Verdienst so hoch werden würde, dass das Schreiben mehr als nur ein Hobby ist. 

Sind manche der Figuren in Ihren Büchern an Personen angelehnt, die Sie kennen? 

Nein, meinen Bekanntenkreis findet man in meinen Büchern nicht wieder. Für mich wäre auch eindeutig eine Grenze überschritten, würde ich Menschen, die ich kenne, mit ihren Stärken, Schwächen und kleinen Peinlichkeiten nur schlecht verschleiert in meinen Bücher auftauchen lassen. Lieber bastele ich mir meine Figuren aus diversen Eigenschaften und Eigenheiten selbst zusammen. Allerdings ist es schon vorkommen, dass mir jemand etwas über sich erzählt hat, einen Schicksalsschlag beispielsweise, eine Erkenntnis, irgendetwas, was mich sehr berührt hat und das habe ich dann in ähnlicher Form meine Figuren erleben lassen. Manche Figuren kommen auch ganz von selbst und schon fast fertig zu mir. Die reden unaufhörlich in meinem Kopf, so lange, bis ich ihre Geschichte endlich aufschreiben. Nur mit dem Aussehen habe ich bei allen Figuren Probleme. Sie wollen mir einfach nicht sagen, welche Haarfarbe sie haben und welche Kleidung sie tragen. Das muss ich dann einfach diktatorisch festlegen und, ja, in diesem Fall bediene ich mich manchmal bei Personen, die ich kenne. Allerdings nehme ich dann nie alle Details von einer Person.

An welchem Projekt arbeiten sie aktuell?


Mit meinem neuen Projekt möchte ich zum ersten Mal das Abenteuer SelfPublishing wagen. Das Manuskript habe ich beendet, und wenn alles so abläuft wie geplant, wird das fertige Buch noch in diesem Jahr erscheinen. Es gibt noch viel zu tun, viel mehr als bei einem Verlagsbuch, und ich bin natürlich schon sehr aufgeregt.
Phönix – die Wahrheit (über den Titel bin ich mir noch nicht ganz sicher) ist eine nicht ganz alltägliche Liebesgeschichte zwischen Zweien, die auf den ersten Blick so gar nichts gemeinsam haben.
Als der arrogante, selbstgefällige Dennis Cara tausend Euro dafür bietet, dass sie ein Wochenende lang so tut, als sei sie seine Freundin, ahnt sie, dass da irgendwo ein Haken ist. Denn Dennis sieht mehr als gut aus und ist allgemein beliebt. Halb aus Neugier, halb aus Trotz willigt Cara ein. Auf dem Gutshof seiner Großeltern stößt Cara auf Andeutungen und Geheimnisse, die sie zutiefst schockieren. Was ist wirklich dort passiert im letzten Jahr? 

Welche ist ihre größte Inspirationsquelle? 

Erst einmal Menschen zuhören und zusätzlich viel lesen. Ich unterhalte mich gerne mit verschiedensten Leuten, die mir in diesen Gesprächen ganz unterschiedliche Sichtweisen nahebringen, auf die ich alleine gar nicht gekommen wäre. Außerdem kenn jeder irgendjemandem, dem mal irgendwann etwas Spannendes, Trauriges, Lustiges oder Seltsames widerfahren ist. Solche Geschichten liebe ich, und ob sie wahr sind, ist ja erst einmal egal, Hauptsache, sie hören sich glaubwürdig an. Machmal, das muss ich zugeben, lausche ich auch fremden Gesprächen, zum Beispiel in der U-Bahn. Wie schon gesagt, ist meine zweite Inspirationsquelle das Lesen. Und mit Lesen meine ich nicht nur Romane lesen, sondern auch Zeitungen, Internetmeldungen und Nachrichen. Denn auch dort überall verbergen sich Geschichten von Menschen, die man ein wenig abändern, miteinander verknüpfen und als Roman aufbereiten kann. 

Wie hat sich Ihr Leben verändert seit der Veröffentlichung Ihres ersten Buches? 

Zunächst wollte ich schreiben, dass mein Garten wesentlich ungepflegter ist, weil ich seitdem mein erstes Buch veröffentlicht ist, mehr Zeit am Schreibtisch als beim Rasenmähen und Unkrautjäten verbringe. Doch eigentlich ist etwas viel Wichtigeres mit mir passiert: Ich bin Autorin geworden, Schriftstellerin. Ich habe einen neuen Bekanntenkreis, persönlich wie auch über das Internet. Mit einem veröffentlichten Buch gehört man sozusagen dazu. Das war nach den vielen zu Hause verbrachten Jahren in denen ich „nur“ Hausfrau und Mutter war eine neue und sehr schöne Erfahrung. Die meisten Autoren, habe ich festgestellt, sind nämlich sehr interessante Leute, die nicht nur in ihren Büchern spannend erzählen können. 

Wie sah Ihr Leben vor dem Schriftsteller-Dasein aus? 

Wo fange ich an? Mein Leben war eigentlich ganz normal. Schule, Berufsausbildung, Studium, noch eine Ausbildung, Heirat und Kinder und dann nach dem vierten Kind die Frage: Wie soll ich jemals in dem Beruf Fuß fassen, den ich gelernt, in dem ich aber nie längere Zeit gearbeitet habe? Ohne richtige Berufserfahrung und mit kleinen Kindern, um die ich mich kümmern muss? Die beste Lösung schien mir, etwas ganz anderes zu machen, und Schreiben wollte ich ja als Kind schon. Also habe ich, als meine jüngste Tochter noch ganz klein war, begonnen, Schreibratgeber zu lesen. Dann als meine Kleinste im Kindergarten war, habe ich mir einen Schreibtisch in das Zimmer gestellt, das wir vorher als Abstellkammer genutzt haben, habe meinen alten Computer aus dem Studium draufgestellt und begonnen zu Schreiben. Das, was ich da geschrieben habe, taugte natürlich noch nicht zum Veröffentlichen, aber langsam wurde ich besser. Als meine Jüngste in der Schule war, habe ich mit dem Buch begonnen, das dann auch veröffentlicht wurde.

Von welchem Autor sind Sie selber großer Fan? 


Ich mag viele Autoren. Aber wenn ich hier nur eine nennen soll, würde ich sagen: J.K. Rowling. Ich liebe die lebendigen Figuren in ihren Harry Potter Bänden und ich bewundere es, wie sie es geschafft hat, eine so packende Geschichte über viele tausend Seiten zu erzählen, die dann auch noch in sieben ebenso spannende „Untergeschichten“ unterteilt ist. Und ohne ihren Erfolg hätte ich wohl nie den Mut gefunden, es selbst zu versuchen. 

Zum Schluss noch:
Wenn Ihr Buch verfilmt werden würde, welche Besetzung würden Sie sich für die Hauptrolle wünschen?

Für Luisa müsste es eine Schauspielerin sein, die die Gefühle gut rüberbringen kann, wie zum Beispiel Saiorse Ronan oder Shailene Woodley. Als Thursen stelle ich mir Jemanden vor, der nicht nur gut aussieht, sondern gleichzeitig tough und entschlossen, aber auch fragil ist, wie zum Beispiel Francisco Lachowski oder Stephen R. McQueen. Bei Stephen R. McQueen hat es mir besonders seine Originalstimme angetan. So ähnlich stelle ich mir Thursens Stimme vor. 

Wie kamen Sie auf die Idee für Ihr letztes Buch? 

Da mein letztes Buch der Abschlussband einer Trilogie war, erzählt ich wohl besser, wie ich auf die Idee für die Trilogie gekommen bin. Wie ich oben schon erwähnt hatte, gab es unzählig viele Ideen, die dann zusammen das Buch ergaben. Einerseits waren es Gespräche mit Menschen, Ideen für das Buch beisteuerten. Darüber kann ich wenig sagen, denn die Personen, die mir irgendwann einmal irgendwo ihre Geschichten erzählt haben, kann ich natürlich nicht preisgeben. Weder denjenigen, dessen Leben durch den Suizid der Mutter plötzlich eine ganz Anderes geworden war, noch denjenigen, der mal jemanden kannte, der wegen einer harmlosen Routineverletzung im Krankenhaus lag und nach den Untersuchungen plötzlich erfahren musste, dass er nur noch ganz kurz zu leben hatte. Über das, was ich gelesen habe, kann ich natürlich mehr erzählen. Da gibt es eine Stelle in „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, in der Sirius Black sagt, dass er als Hund (er kann ich ja in einen Hund verwandeln) den Gefängniswachen von Askaban leichter als als Mensch entkommen konnte. Sinngemäß sagt er, dass die Wachen Gedanken erspüren können und die Gedanken eines Tieres flacher und einfacher sind als die eines Menschen und man ihn deshalb in Tiergestalt nicht erkannt hat. Ich habe mich gefragt: Wenn ein Mensch ein Werwolf wäre, wie würden sich seine Gedanken durch die Verwandlung ändern? Und wie ist es, wenn man so einen Menschen, der sich immer wieder in ein Tier verwandelt, liebt?

Ich bedanke mich nochmal für das tolle Interview mit Nora Melling

Ihr wollt noch mehr von Nora Melling wissen?
Schaut auf ihrer Homepage vorbei:
www.noramelling.de
 





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