Mittwoch, 17. September 2014

Interview mit Peter Freund

Heute habe ich mal ein kleines Schmankerl für euch :-)
Ein Interview mit Peter Freund.
Ich liebe seine Bücher um Laura geheimnis von Aventerra haben mir sehr gut gefallen und sie haben mich meine ganze Kindheit begeistert. Die vorstellung dazu werde ich euch mal in ein paar Tagen Posten aber zunächst hier das Interview:

• Zunächst würden wir gerne etwas über Sie als Person wissen. Wo leben Sie wo haben Sie studiert? 
Ich bin in Unterfranken geboren, lebe aber schon seit vielen Jahren – ganz genau seit 1973 – in Berlin. Studiert habe ich in München, Mainz und dann natürlich in Berlin – und zwar die Fächer Zeitungswissenschaft/Publizistik, Politische Wissenschaften und Soziologie, habe die Uni aber trotz der Zulassung zur Magister-Artium-Prüfung ohne Abschluss verlassen, um mich in die journalistische/schriftstellerische Praxis zu begeben, was sich als absolut richtige Entscheidung herausgestellt hat. 

• Was wollten Sie als Kind immer werden? 
 Im Kindergartenalter wollte ich unbedingt LKW-Fahrer werden, später war für viele Jahre Förster mein absoluter Traumberuf. Als ich dann sechzehn, siebzehn war, habe ich mich fest entschlossen, Drehbuchautor zu werden – und obwohl das zum damaligen Zeitpunkt eigentlich ein völlig abwegiger und fast schon absurder Gedanke war, hat es dann auch nur etwas mehr als zwanzig Jahre gedauert, bis erstmals ein Drehbuch von mir verfilmt wurde … 

• Beschreiben Sie sich mit 5 Worten? 
Kreativer, sportlicher Familienmensch mit Kochleidenschaft

• In welchem Alter sind Sie zum schreiben gekommen?
 Seit meinem Studium habe ich – in und neben meinen verschiedenen Tätigkeiten – auf die eine oder andere Weise immer geschrieben. Und den Grund dazu will ich auch gerne verraten: weil ich muss! Mir kommen nämlich ständig Ideen zu neuen Geschichten, die dann unerbittlich und unermüdlich an mir nagen – und das hört erst dann auf, wenn ich sie ausformuliert und zu einer runden Geschichte entwickelt habe. Oder um einen zwar schon recht betagten, aber dennoch stimmigen Spruch von Hildegard Knef zu zitieren: „Schreiben ist wie das Fegefeuer, aber Nichtschreiben ist die Hölle!“
  
• Und wann gab es die erste Veröffentlichung? 
Der erste Artikel, für den ich jemals Honorar erhalten habe, war ein Bericht über die Geburt meines ersten Sohnes, der vom Berliner „Tagesspiegel“ in der Weihnachtsausgabe auf einer ganzen Seite abgedruckt wurde. Danach habe ich zahlreiche Zeitungsartikel geschrieben und Beiträge für den SFB-Hörfunk gemacht. Und zu meinen Buchveröffentlichungen: Bevor ich 2002 mit den Laura-Romanen meinen ersten Original-Stoff angegangen bin, hatte ich – unter dem Pseudonym Peter Lietzenburger - schon mehrere Film-Romane geschrieben und veröffentlicht:Uunter anderem „Die Braut des Prinzen“ (basierend auf dem absolut tollen Roman „Die Brautprinzessin“ von William Goldman), „Erik, der Wikinger“, „Geschichten aus der Schattenwelt“, die mit Ausnahme des letzten, der immer noch (in der nunmehr 13. Auflage) als Bastei-Taschenbuch erhältlich ist, aber alle vergriffen sind. Der Erfolg der „Schattenwelt“ erklärt sich sicherlich dadurch, dass er den verkaufsfördernden Zusatz „Stephen Kings Geschichten ...“ trägt, weil eine Episode des Films auf einer Story von King basierte.
 
• Hätten Sie jemals gedacht das schreiben mehr als nur ein Hobby werden könnte?
Durchaus, obwohl ich am Anfang meiner schriftstellerischen Tätigkeit noch einem normalen Beruf nachgegangen bin: nämlich als Produzent von TV-Filmen und – Serien, was eine enorme Arbeitsbelastung bedeutete. Da meine Bücher zum Glück sowohl im Inland wie auch im Ausland sehr erfolgreich waren, konnte ich meinen Job im Laufe der Zeit dann mehr und mehr „zurückfahren“ und so bin ich seit 2006/2007 als hauptberuflicher Autor tätig

• Sind manche der Figuren in Ihren Büchern an Personen angelehnt die Sie kennen? 
Sämtliche meiner Protagonisten sind rein fiktiv, was nicht ausschließt, das sie einige Wesensmerkmale/Charakterzüge von Menschen tragen, die mir im Laufe meines Lebens begegnet sind. 

• Wie hat sich Ihr Leben Verändert seit der Veröffentlichung Ihres ersten Buches?
Da mir „Ruhm“ oder „Bekanntheit“ absolut nichts bedeutet, hat sich für mich eigentlich kaum etwas verändert. Da ich zunächst noch voll berufstätig war, bedeutete das anfangs höchstens noch jede Menge zusätzliche Arbeit, sodass ich jede Woche mindestens siebzig bis achtzig Stunden aktiv war. Seit einigen Jahren kann ich es zum Glück etwas „langsamer“ angehen lassen und habe weit mehr Zeit für Familie und meine Hobbies.

• Beschreiben Sie uns doch bitte Ihren Alltag. In wie fern beeinflusst das Schreiben diesen? 
Der Alltag eines Autors ist bei weitem nicht so spannend, wie sich manche das vorstellen: So, wie andere am Morgen ins Büro fahren, gehe ich nach dem Frühstück in mein häusliches Arbeitszimmer, schalte den Computer ein und beginne zu schreiben – und wenn ich dann das mir vorgenommene Tagespensum geschafft habe (meist so acht bis zehn Seiten), gehe ich in die Küche und koche etwas. Danach gehe ich meistens zum Sport – mindestens dreimal in der Woche – und anschließend ist Entspannung angesagt: Musik hören, lesen und durchaus auch fernsehen … Und vielleicht noch ein paar Worte zu meiner Arbeitsweise: Bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben beginne, erarbeite ich mir über diverse Zwischenformen stets ein detailliertes Exposé oder eine Outline, wie immer man das bezeichnen möchte. Darin sind nicht nur alle wichtigen Charaktere und ihre Entwicklung, sondern auch die entscheidenden Handlungsstränge und Wendepunkte und natürlich auch Anfang, Mitte und Ende der Geschichte festgehalten. Wer beim Schreiben nur seiner Muse folgt, gleicht für mich einem Reisenden, der sich ohne Karte auf eine Reise durch ein unbekanntes Land begibt. Die Gefahr, unterwegs die Orientierung zu verlieren und sich zu verirren, ist da riesengroß. Zudem mag er auf diese Weise zwar überall hinzugelangen, wahrscheinlich aber nicht an sein Ziel - falls er überhaupt eines hatte. 

• Wie sah Ihr Leben vor dem Schriftsteller Dasein aus? 
Ich habe zunächst als freiberuflicher Journalist gearbeitet, danach sechs Jahre lang als Manager verschiedener Kinos in Berlin. Anschließend bin ich dann in jeweils verantwortliche Positionen im Filmverleih und später dann in der TV-Produktion gewechselt. Und obwohl mir alle diese Tätigkeiten enorm viel Spaß gemacht haben, konnte ich mir mit meiner Autoren-Tätigkeit meinen absoluten Berufstraum erfüllen, auch wenn es sich dabei um die bislang anstrengendste und härteste Tätigkeit handelt. 

 Von welchem Autor sind Sie selber großer Fan?
 Ich habe sehr viele Lieblingsautoren und –bücher, möchte aber dennoch einige hervorheben: Ernest Hemingway, dessen Kurzgeschichten ich schon als Jugendlicher verschlungen habe und immer wieder mit ebenso großer Begeisterung wie Bewunderung lese, weil sie mit so wenigen Worten so unendlich viel ausdrücken. John Updike und John Irving – fast alles von den beiden, weil die sehr weise, intelligent und witzig über das „wahre“ Leben schreiben. Ken Follett, dessen „Säulen der Erde“ mir schlagartig deutlich gemacht hat, wie man einen epischen Roman konzipiert. Stephen King, dessen Fantasie schier grenzenlos ist, und Hennig Mankell, dessen Kommissar Wallander das ganze Dilemma unserer Zeit in einem einzigen Satz zusammenfasst: „Unsere Probleme haben begonnen, als wir aufgehört haben, unsere Strümpfe zu stopfen.“ Auch wenn sich das wie ein Joke anhören mag – es lohnt sich, darüber einmal gründlich nachzudenken! Aber daneben gibt es noch vieles, was ich gerne lesen: einfach alles, was gut und aufregend geschrieben ist! Literarische Vorbilder für mein eigenes Schreiben gibt es dagegen nicht. Jedenfalls wüsste ich nicht, welcher Autor mich wie beeinflusst hat, was zudem wohl auch ein eher unbewusster Prozess sein dürfte. Andererseits haben die Filmdramaturgie und meine Tätigkeit als Drehbuchautor einen großen Einfluss auf meinen Schreibstil: Beim Drehbuchschreiben geht es nämlich darum, die Zuschauer möglichst schnell zu „packen“, d.h. sie innerhalb kürzester Zeit für einen Stoff zu interessieren, und sie dann immer wieder mit neuen, überraschenden Wendungen und Entwicklungen bei der Stange zu halten und ihnen möglichst keine „Luft zum Atmen“ zu geben. Genau das versuche ich bei meinen Romanen auch – und die überwältigende Mehrzahl der Leser bestätigt, dass mir das immer wieder gelingt und dass meine Bücher ungemein spannend sind. 

• Welches Buch sollte, Ihrer Meinung nach, jeder gelesen haben?
Ich könnte es mir leicht machen und die viel zitierte „Bibel“ vorschlagen. Aber obwohl die durchaus die Lektüre wert ist – auch für nicht gläubige Menschen! -, wähle ich ein anderes Buch: Ernest Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ hat mich schon alleine deswegen fasziniert, weil es nicht nur einfach grandios geschrieben ist, sondern auch eines mehr als deutlich macht: Dass das Leben nämlich kein Zuckerschlecken und dennoch absolut lebenswert ist – insbesondere dann, wenn man angesichts größter Probleme nicht aufgibt, sondern diese mit aller Energie zu meistern versucht. Weshalb Marius Leander in meinen Laura-Bücher auch immer wieder betont: „Nur wer aufgibt, hat schon verloren.
• Was hat Sie zu den Laura Büchern inspiriert? 
Den eigentlichen Kern für die Laura-Bücher bilden eine Reihe von Gutenachtgeschichten, die ich vor vielen, vielen Jahren meinen damals noch kleinen Söhnen erzählt habe. Sie spielten darin natürlich die Hauptrolle und mussten mit fantastischen Figuren ins Erdinnere reisen und aufregende Abenteuer bestehen, damit unsere Welt nicht auseinander bricht. Natürlich waren das Kleinkinder-Geschichten, die ich nie aufgeschrieben habe. Eines Tages, so Anfang 2001 etwa, kam dann Florian, mein jüngster Sohn, zu mir – er hatte gerade einen „Harry Potter“ gelesen – und meinte, dass „unsere“ Geschichten, ähnlich wie Harry Potter, doch auch in verschiedenen Welten spielten und mindestens genauso spannend wären. Ob ich die alten Geschichten nicht weiterentwickeln und daraus Romane für alle Altersstufen machen wolle? Das hat letztendlich den Anstoß zur Laura gegeben, auch wenn deren Abenteuer nur noch wenig mit den damaligen Kindergeschichten gemeinsam haben. Schließlich ist die Laura ja auch älter – und nicht für kleine Kinder gedacht, sondern für alle jungen und jung gebliebenen Leser zwischen 9 und 99 Jahren. 

• Wenn es jemals zu einer Verfilmung der Laura Bücher kommen würde, welche Schauspielerin wäre Ihre wunsch Besetzung?
Aufgrund des Alters meiner Protagonistin (13, 14 Jahre) käme dafür natürlich keine „fertige“ Schauspielerin in Frage, sondern die richtige Besetzung müsste in einem umfangreichen Casting erst gefunden werden.

 • An was arbeiten Sie aktuell? 
Ich arbeite im Moment an meinem ersten „Erwachsenen“-Roman – auch wenn ich persönlich diese Unterscheidung blödsinnig finde, denn das Schreiben für Jugendliche ist mindestens genauso anspruchsvoll, wenn nicht mehr! Aber worum es dabei geht, ist natürlich noch „top secret! Darüber hinaus habe ich mehrere Projekte für eine eher jugendliche Zielgruppe in Planung und hoffe, darüber schon bald Näheres dazu bekannt geben zu können.


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